Sehschule/Orthoptik und Schieloperationen

Vom harmonischen Zusammenspiel beider Augen

Orthoptik bedeutet Störungen des beidäugigen Sehens bei Kindern und Erwachsenen zu erkennen und zu behandeln. Eine speziell ausgebildete Orthoptistin führt bei uns die Untersuchung in einer freundlichen und kindgerechten Atmosphäre in Zusammenarbeit mit dem Augenarzt durch.

Augenprobleme bei Säuglingen und Kleinkindern

Kinderaugen erlernen das Sehen in den ersten Lebensjahren, entscheidend zwischen dem 3 Lebensmonat und dem 4 Lebensjahr - bis hin zum 10. Lebensjahr. Dabei entwickelt sich nicht nur die Sehscharfe des Einzelauges, sondern auch das Zusammenspiel beider Augen als Voraussetzung für das räumliche Sehen. Hier gibt es bereits Störfaktoren, die von außen nicht erkennbar sind aber behandelt werden müssen, wie z B. Fehlsichtigkeiten oder organische Veränderungen des Auges.

Werden Brechungsfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung nicht korrigiert, kann sich unter Umständen keine gute Sehscharfe entwickeln. Organische Erkrankungen wie der angeborene Graue oder Grüne Star, Netzhauterkrankungen oder auch das Augenzittern (Nystagmus) können rechtzeitig erkannt werden.

Beim Schielen, ob in einer gut erkennbaren oder in einer für den Laien unmerklichen Form, schaltet das Gehirn als Schutz vor Doppelbildern ein Auge aus, wodurch eine hochgradige Schwachsichtigkeit dieses am Sehvorgang nicht beteiligten Auges entstehen kann. Durch eine kontrollierte Okklusionstherapie mit einem Augenpflaster auf dem führenden Auge kann diese Schwachsichtigkeit meist wirksam verhindert werden. Eine Untersuchung ist unabhängig vom Alter des Kindes, auch bereits im Säuglingsalter und bei Frühgeborenen jederzeit möglich.

Augenprobleme bei Schulkindern

Das Auge des Jugendlichen befindet sich wie der gesamte Körper noch im Wachstum und damit in einem Stadium der fortwährenden Entwicklung. Es gibt eine Vielzahl verdeckter Augenfehler, die Beschwerden wie Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme hervorrufen können. Leseunlust, Lern-, Lese-, oder Rechtschreibschwächen können daraus folgen.

Augenprobleme bei Erwachsenen

Das plötzlich auftretende Ungleichgewicht der Augenmuskeln, oft mit Doppelbildern, Kopfschmerzen, Schwindel oder Bildunruhe einhergehend, aufgrund eines versteckten zeitweiligen Schielens (Heterophorie) oder eines manifesten Lähmungsschielens kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann nach Unfällen, Schlaganfällen oder bei internistischen und neurologischen Erkrankungen vorkommen. Durch spezielle orthoptische und neuro-ophthalmologische Untersuchungen können der bzw. die betroffenen Muskeln ermittelt sowie eine weiterführende Diagnostik eingeleitet werden. Hier bietet die Orthoptik mehrere Therapiemöglichkeiten um die Doppelbildwahrnehmung zu mildern, wie spezielle Prismengläser oder - folien, Augenübungen oder in Extremfällen die Augenmuskel-Operation.

Schieloperationen

Nach eingehender Untersuchung durch den Arzt und die Orthoptistin bieten wir eine operative Behandlung einer angeborenen oder später erworbenen Schielfehlstellung der Augen an. Damit kann eine horizontale Schielfehlstellung wie beim Innen- oder Außenschielen durch Rücklagerung des einen Augenmuskels und durch Faltung des anderen geraden Augenmuskels korrigiert werden.

Am Anfang steht immer eine genaue Diagnostik mit Sehschärfenbestimmung, Testung des räumlichen Sehens und der Bestimmung des Ausmaßes des bestehenden Sehwinkels. Ganz wichtig ist die Ermittlung der Schielform, denn es gibt sehr vielfältige Schielfehlstellungen unterschiedlicher Ursache. Nicht immer ist eine Operation erforderlich. Häufig kann dem Patienten durch eine Schulung, eine Prismenbrille oder andere optische Maßnahmen geholfen werden.